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Ein paar Gedanken zum Thema Anglizismen

Wer kennt sie nicht: Wörter wie Car wash, Flyer, Event, Highlight, Shareholder value, Facility Manager, Meeting Point, Coffee to go begegnen uns in unserem täglichen Leben auf Schritt und Tritt.

Muß das sein? Wir finden: Nein – und in repräsentativen Umfragen teilen über 70% der Bundesbürger (s. DER SPIEGEL) diese Ansicht. Das Deutsche wurde und wird zwar bereichert aus den verschiedensten Sprachen. Auch aus dem Englischen gibt es eine ganze Reihe von Wörtern, für die es im Deutschen keine sinnvolle Entsprechung gibt (Clown, Steak, Cocktail, T-Shirt). Wir sind jedoch der Meinung, dass rund 80% der über 7.000 bekannten Anglizismen überflüssig sind, weil es schon bekannte und treffende deutsche Wörter gibt. Warum soll der Schlussverkauf plötzlich „final sale“ heißen? Warum die Zeitlupe „slow motion“? Warum das Faltblatt oder der Handzettel „Flyer“? Warum muß eine Aussage oder Meinung als „statement“ daherkommen? Mitunter kann man mit „Denglisch“ auch ziemlich daneben liegen: So bedeutet „Public Viewing“ in den USA, daß prominente Verstorbene öffentlich aufgebahrt werden … Beispiele: youtube, foxnews.


Wer wir sind

Der gemeinnützige Verein Deutsche Sprache e.V. wurde 1996 von Prof. Walter Krämer gegründet und umfasst heute über 30.000 Mitglieder, davon knapp die Hälfte im Ausland. Unsere Mitglieder kommen aus allen Berufen der Gesellschaft und aus allen im Bundestag vertretenen Parteien. Wir sind parteipolitisch neutral. Jeder muss für sich entscheiden, wie er spricht. Wir stehen jedoch überflüssigen Anglizismen deswegen kritisch gegenüber, da sie nach unserer Beobachtung verwendet werden, um Mitmenschen zu beeindrucken oder – z.B. in der Werbung – um sie zum Kauf bestimmter Produkte zu bewegen. Daneben erschweren unnötige Anglizismen älteren Menschen und Mitbürgern mit Migrationshintergrund in vielen Bereichen die Teilnahme am öffentlichen Leben (z.B. auf Flughäfen – Check-In, Baggage claim oder Bahnhöfen: Rail&Fly, Service Point). Wie können wir Einwanderer für die deutsche Sprache begeistern, wenn wir dies selbst nicht vorleben? Schließlich haben viele im Deutschen verwendete Begriffe im Englischen eine andere Bedeutung und entpuppen sich als falsche Freunde. Dies betrifft das „deutsche“ Handy, den Oldtimer, den Blockbuster, den Showmaster und aus der Welt der Musiksender pimp my car (was im Englischen eine eher obszöne Bedeutung hat) oder eben wie oben geschildert das „Public Viewing“ – hier ist man mit „Rudelgucken“ auf der sicheren Seite :-) Sprache ist nach unserem Verständnis ebenso Teil der Kultur wie Speisen, Getränke, regionale Bräuche, Feste, Kunst, Mode oder Musik ein Teil der Kultur. Massenhaftes Ersetzen gängiger deutscher Wörter durch nicht notwendige englische Begriffe bedeutet für uns einen Kulturverlust.

Unsere Ziele: